Vor ein paar Tagen besuchte ich eine Gartenfreundin am Rande es Taunus. Sie behauptet, ihr Garten wäre so klein, dass man ihn in 3,7 Sekunden besichtigt hätte.
In einem hat sie recht, er ist nicht groß. Aber so geschickt gegliedert, dass er viel größer wirkt. Mit vielen Trockenmauern ist das stark abschüssige Gelände in drei Abschnitte gegliedert. Auf der Terrasse sitzend liegt einem der Garten zu Füßen. Wie ihr seht, gibt es dort am Ende des Gartens einen kleinen Sitzplatz. Ebenso einen weiteren seitlich vom Haus auf einem Holzdeck.

Die Hütte für die Gartengeräte steht am linken Grundstückrand, als Verlängerung vom Vorgarten ein hübscher Blickfang.
An der Hausseite als Abschluss zum Nachbarn eine weitere Hütte, dekoriert mit allerlei Töpfen und Zierrat
Der Sitzplatz, direkt einsehbar von der Küche. Was für ein herrlicher Ausblick
Auf der Terrasse stehen diverse Kräuter. Sollen sie noch eingepflanzt werden? Ich weiß es nicht.
So etwas liebe ich. Zwischen den Bodenplatten hat sich eine Euphorbie ausgesamt und sie darf dort bleiben. Ich war so entzückt von dieser Pflanze, dass ich einen Ableger geschenkt bekam. Danke, liebe H.
Das dieses alte teils kaputte Vogelhaus auf der Mauer stehen bleiben darf, macht die sympatische Gärtnerin noch sympatischer.
Die Beete sind üppig bepflanzt. Die Erde ist kaum einmal zu sehen. Das gefällt mir und es erspart eine Menge Arbeit, weil kaum Unkraut aufkommen kann.
Ein besonderer Schatz ist diese Primel Giniver (ich hoffe, ich hab den Namen richtig geschrieben) Lange hatte meine Freundin hiernach gesucht, nirgends gefunden und bekam sie dann auf Umwege von einer anderen Gartenfreundin geschenkt. Ich muss sagen, die lange Suche hat sich gelohnt. Sie sieht wirklich besonders hübsch aus.
Eine weitere Rarität ist dieses Veilchen. Ganz zart blau mit rötlich schimmernden Blättern.
Am unteren Ende des Gartens ist es schattig. Hier wachsen an der Holzwand diverse Clematis, eine Kletterhortensie uvm.
Hier erkennt man besonders gut, wie durch die Trockenmauern das starke Gefälle des Geländes abgefangen wurde.

"Ist der Garten noch so klein, ein Kindergartenbeet muss sein."

Es gäbe noch viel mehr zu zeigen aus diesem bezaubernden Garten. Mir gefiel besonders die Abgeschlossenheit, das macht ihn so gemütlich. Auf der Terrasse zu sitzen und den Garten sehen zu können - bei mir nicht möglich bei meinem stark ansteigenden Gelände. Überall dezent eingesetzt ein wenig Deko. Alles in allem waren wir eine gute halbe Stunde mit unserem Rundgang beschäftigt, weil es so viel zu entdecken gab. Hätten wir nicht einen Termin beim Italiener gehabt, hätte es sicher noch länger gedauert.
PS, ich vergaß zu erwähnen, dass nicht nur eine Euphorbie mit mir nach Hause fuhr. Ebenso ein Buddleja-Hochstämmchen, dass wegen einer Beetumgestaltung weichen musste. Da mir im Winter beide Buddleja kaputt gefroren sind, freue ich mich natürlich besonders über dieses Geschenk. Nächste Woche sehen wir uns wieder, aber an anderer Stelle. Dann bekomme ich noch einige Federmohn-Sämlinge, die ich gut als Sichtschutz gebrauchen kann.