Ich will euch keine Geschichte erzählen vom Mauerbau kurz vor meiner Geburt im Jahr 1961. Diese Mauer trennte einst ein Volk. Sie sollte die Menschen eines Landes schützen vor all dem Bösen und Schlimmen der westlichen Welt. Nein - darüber wurde genug geschrieben. Gott sei Dank gibt es diese Mauer nicht mehr.
In unserem Garten musste eine Mauer errichtet werden. Wohl auch zum Schutz. Der Hang hinterm Haus gerät ins Rutschen. Und bevor alles runterkommt, musste etwas geschehen.
Teil 1 der Geschichte: Es begann letztes Jahr im August. Mein GG hatte Urlaub und setzte zunächst an der Hausecke mausgraue Betonplanzringe. Diese gewinnen unter Garantie keinen Schönheitspreis, aber es ist schwierig etwas anderes zu machen. Man kommt nirgends mit größeren Baumaschinen hin, also muss genommen werden, was von Hand bewegt werden kann.

Die Ecke vorher und nachher. Wenn die Steine erstmal eine Weile sitzen, bepflanzt sind und nicht mehr "neu" aussehen,wirds schon auszuhalten sein.

Der schmale Gang hinter dem Haus vorher ....

.... und nachher

Soweit - sogut. Es sieht schon weniger nach "Dreckecke" aus.

Als nächstes mussten die Fundamente für die Mauer ausgehoben werden. Wieder schweißtreibende, anstrengende Arbeit. Die Erde wurde auf der Terrasse zwischengelagert.

Materialanlieferung. Die Mauersteine wurden direkt neben dem Haus per Kran palettenweisen abgelegt.

Die nächste Fuhre. Beton fürs Fundament.

Unser Freund, der die Arbeiten ausgeführt hat, hat ein Bauunternehmen. Sein LKW-Kran reichte genau bis an die Hausecke. Das ersparte uns echte Plagerei. Sonst hätten wir den Fertigbeton Eimer für Eimer hinters Haus tragen müssen.

Aber immer noch war jede Menge Handarbeit nötig. Die Steine - jedes Stück einzeln .... ich darf gar nicht mehr dran denken.


Eine schweißtreibende und körperlich anstrengende Arbeit

Ohne Ruhepause ging es weiter

... bis die Mauer fertig war. Später noch die Abdeckung drauf. Damit war diese Baustelle beendet für 2008.

Nun folgt Teil 2. Wie das eben so ist - eine Arbeit zieht die nächste hinteher.
Jetzt, ein Jahr später, ging es weiter. Die alte Mauer hat ein komplett anderes Gesicht als die Neue. Also - streichen! GG hat mal wieder Urlaub. Prima.

Außerdem senkt sich auch bei der Terrasse die Böschung ab. Also - Betonrasengittersteine, sind wohl keine sehenswerte Lösung. Aber wie anfangs schon geschrieben: es kann nur verwendet werden, was sich von Hand hin tragen lässt.

Die Grassode abgetragen, Steine angelehnt. Die Lücken werden pflegeleicht mit Efeu bepflanzt. Schnell wird man nichts mehr sehen von den Betonsteinen.

Gestern dann der nächste und vorletzte Großkampftag in Sachen Mauer-und Terrassenbau. Die Männer hielten gerade ihre wohlverdiente Frühstückspause. Gut die Hälfte der Platten sind bereits verlegt.

Sand-Split-Gemisch, wie immer per Hand und Eimer, aufgefüllt, weiter gehts ...

Leider-leider (*lol*) musste ich nachmittags die Baustelle verlassen, ich hatte einen anderen Termin. Und siehe da, heute morgen dann die Überraschung. Dieser Teil ist fertig. Am Ende der Fläche habe ich mir ein kleines Beet erkämpft, das lockert die strenge Geometrie hoffentlich ein wenig auf. Nächstes Jahr werden mehr Töpfe "rum stehen" , wie GG immer sagt, und die Betonsteine sind dann bereits etwas begrünt, dann sieht es einladender aus.

Den Oleander habe ich non meinen Chefs geschenkt bekommen. Sie hätten ihn wegwerfen müssen. Nein-nein, da hab ich ihn lieber adoptiert, zumal meiner im letzten Winter verstorben ist. Ich werde ihn hegen und pflegen und als liebes Erinnerungsstück in Ehren halten.

Klein aber fein ist das Terrassenbeet. Erstmal steht als Farbklecks ein Pott mit Chrysanthemen im Beet. Mal sehen, was mir da so einfällt.... vielleicht eine Hosta? Golden Tiara fühlt sich an ihrem momentanen Platz gar nicht wohl. Hosta Minuteman verlangt nach mehr Schatten, als sie jetzt bekommt....... schaun mer mal.

Blick in die andere Richtung. Ach, Sunny kommt grade die Treppe runter.

Und das hier gibt den dritten und letztenTeil der Geschichte Mauerbau. Hoffentlich werden hier die Tage ebenfalls die Platten verlegt. Es wird immer viel Dreck mit ins Haus getragen. Ich bins leid. Denk euch nur, zwei Freigängerkatzen immer rein-raus, bei jedem Wetter. Immerzu knirscht es in der Wohnung vor Dreck. Ich bins leid. Das Jahr ist bald zu Ende und ich will auch endlich eine Baustelle zu Ende haben. Lange genug hats nun eh schon gedauert.
Der Herbst steht vor der Tür. Wie schnell folgt dann der Winter. Alle Arbeit ruht dann. Man denkt: jetzt ist alles geschafft. Aber nein, spätestens zum Jahreswechsel werden die Gedanken auf Reisen gehen ... und für nächstes Jahr fallen uns hundertpro weitere Projekte ein.
Es stehen eh noch ein paar im Raum: weitere Hangbefestigung, eine neue Treppe neben dem Haus, Erdaufschüttung hinterm Gartenschuppen, um Lagerfläche fürs Kaminholz zu schaffen, ein neuer Zaun vor dem Haus, Sitzplatzumgestaltung beim Gartenhaus. Mehr fällt mir grade nicht ein. Ich stelle fest: wir brauchen dringend nen Geldschisser und müssen mindestens 130 Jahre alt werden, um alles hinzukriegen was uns im Kopf rum schwirrt!