Samstag, 31. Mai 2008

Der Garten im Mai

Im Mai passiert soviel im Garten wie in keinem anderen Monat. Während im April oft noch Frost im Boden ist und noch gar nichts recht wachsen kann, ist es im Juni oft schon zu trocken und warm. Zu keinem anderen Zeitpunkt bin ich so oft mit der Kamera im Garten unterwegs wie in diesen Monat.

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01. Mai Dieses Jahr Feiertag und Himmelfahrt an einem Tag. Ich erwarte eine Besucherin vom Bodensee. Ich kanns gar nicht erwarten, bis sie da ist. Wir kennen uns bisher nur per Tastatur und ich habe den Eindruck, wir werden uns hervorragend verstehen, wir liegen auf einer Wellenlänge.

Herrlich blau leuchten schon die Myosotis/Vergißmeinnicht. Ich lasse die Samen auflaufen wo sie wollen, umpflanzen ist kein Problem. Das gesamte Gemüsebeet war dieses Jahr eine blaue Wolke. Der Vorteil dabei: Es kommt kaum Unkraut hoch und der Boden trocknet nicht so stark aus.
Aus tausenden Knöllchen treibt der Farn seine Wedel. Es ist hübsch zuzuschauen, wie sie jeden Tag ein bißchen mehr entrollt sind.

Alle Beete sind noch so kahl. Ja, es ist schon einiges gewachsen dieses Jahr. Aber nach der langen gartenlosen Zeit ist die Ungeduld besonders groß. 04. Mai Die Tage vergingen wir im Flug, meine Freundin und ich haben viel unternommen. Einige Gärten angesehen, den Hessenpark besucht, zwei Pflanzenmärkte nach Schnäppchen durchstöbert und einige hübsche Pflanzen ergattert. Die halben Nächte mit Unterhaltungen verbracht. Es war zu keinem Zeitpunkt langweilig, aber auch nicht stressig. Gerade die richtige Mischung.
Diese Kiste voller schöner Überraschungen war das Mitbringsel von meiner Freundin. Die Hosta "Lakeside Cupcake", Rosentischsalz, spezielle Gärtnerinnenhandcreme, eine edle Seife, Bodenseeschokolade und eine von ihr selbstgetöpfterte Figur. Danke, liebe Fee!!

05. Mai Mir kommt es vor, als ginge es mit Riesenschritten voran. Jeden Tag gilt es neue Blüten zu entdecken.

08. Mai Neue Hostas haben den Weg zu mir gefunden. Oben links Touch of Glass, rechts Fire Island, unten links June, rechts die geschenkte Lakeside Cupcake. Francee, in der Mitte, wächst schon seit längerem im Baumbeet und ist mittlerweile ein ansehnlicher Stock geworden.
09. Mai Die Muscari blühen inmitten der frischen Alchemillablätter, dazu die Myosotis, ein herrlicher Anblick. Die magentafarbenen Tulpen im gleichen Beet blühen nun schon seit einer Woche. Sie haben ein unglaubliche Leuchtkraft, die bis auf die Terrasse zu sehen ist. (Übrigens blühten diese Tulpen bis zum 30. Mai, dann setzte ein Unwetter mit Starkregen ein Ende)
13. Mai Das ist die einzige verbliebene orange Tulpe von etwa 20 Zwiebeln. Die Wühlmäuse waren gnädig. Der Duft erinnert mich an die Brausebrocken, die wir als Kinder so gerne lutschten. So langsam füllt sich die Terrasse mit Kübeln. Eine alte Zinkwanne habe ich nach einigem Überlegen (Terrassenteich?) zum Hostagarten umgewandelt. Beim Gartenhaus habe ich endlich die Mähkante neu verlegt.15. Mai Schau an, Phlox subulata beginnt zu blühen. Oben rechts Hosta Special Gift schiebt bereits Blütenstängel. Der Südhang wird zunehmend ansehnlicher. Vor zwei Wochen war er noch sehr kahl. Unten links in der Collage ist eine wunderschöne Hosta, Brendans Beauty. Wenn ich nur wüsste von wem ich diesen Ableger bekommen habe. Sie ist eine Wucht, genau mein Geschmack.
16. Mai Es hat geregnet, wie gut. Der Boden war schon sehr staubig trocken. Heute steht mir der Sinn nach Blattschmuck. Panaschierte Blätter sind immer schön. Ich brauche nicht lange suchen. Vinca mayor, Euyonimus Emerald n'Gold, Lamium, Pulmonaria, Hosta. Dazu die noch regennassen Blätter von Alchemilla und Hosta. Wunder der Natur. Kein Mensch könnte solch eine Vielfalt erdenken und erschaffen.
18. Mai Der Vorgarten zeigt, was er zu bieten hat. Hasenglöckchen, Polsterphlox, die ersten Akeleien, Hosta, Storchenschnäbel uvm verdecken die gelben Blätter der Schneeglöckchen und die abgeblühten Winterlinge.
Vorwitzig lugt Geranium cinereum Guiseppe um die Ecke. Der alte Stuhl, blau angestrichen, umgeben mit zahlreichen Kübelpflanzen, soll die Hausecke verschönern.

21. Mai Der Crataegus steht nun in voller Blüte. Hübsch sind die kleinen Blüten. Wenn sie nun noch gut duften würden ... mitnichten, sie riechen sehr unangenehm. Der Strauch steht etwas abseits, so ist es gar nicht schlimm. Centaurea/Flockenblume hat einen starken Ausbreitungsdrang. Mein Hang ist groß genug und sie zieht sich wie ein blaues Band hindurch.
Ein Großteil des Grundstücks besteht aus Wilder Wiese, dort wird nur zweimal im Jahr gemät und Heu gemacht. Sternmiere macht sich breit. Wie vollkommen die Blüten sind sieht man nur, wenn man sich bückt und genau hinsieht.

25. Mai Fast jeden Tag entdecke ich neue Geraniumblüten. Ein paar fehlen noch. Dieses Jahr habe ich eine wahre Akeleienschwemme. Das kommt davon, wenn man es nicht übers Herz bringt, auch nur einen Sämling auszureißen. Die Päonie hat schon dicke Knospen. Wie passend. Sie ist eine der Lieblingsblumen meiner Mutter. Sie hat in ein paar Tagen Geburtstag und wird einen dicken Strauß von mir bekommen.26. Mai Die Bruchsteinmauer hinterm Gartenhaus ist schon fast zu dicht bewachsen mit Farn und Geranium robertianum. Der Storchenschnabel lässt sich leicht beherrschen. Beim Farn muss ich gut aufpassen und immer wieder Knöllchen entfernen. 27. Mai Wie üppig bewachsen nun alle Beete sind. Kaum vorstellbar, wie es noch am Monatsanfang aussah. Noch immer tanzen die Blüten der Akeleien wie Elfen durch den Tag. Zauberhaft sind die hellen Exemplare, wenn die Sonnen hindurch scheint.
28. Mai Fotografiert aus einer völlig anderen Gartenecke. Ich habe das Gras gemäht. Das ist immer eine arge Plage bei meinem Steilhang. Meine Nachbarin hatte mich beobachtet und sagte anschließend, sie hätte bei dem Anblick fast heulen müssen vor Mitleid ... Diese Schufterei ersetzt mir zumindest den Gang in die Muckibude. Es gibt Leute, die fragen mich, ob ich den ganzen Tag in der Sonne liege. Nein, sage ich dann, ich habe eine 2000 qm großen Steilhanggarten, den ich liebevoll bearbeite. 29. Mai Na wer glaubts denn. Die ersten beiden Hemerocallis blühen schon. Die gelbe "Mutti" und die rotbraune "Conny". Da ist die richtigen Namen nicht weiß, wurden sie kurzerhand nach den Spenderinnen benannt. Ich kann mich nicht erinnern, dass die Hemos so früh geblüht haben. Die erste geöffnete Rosenblüte kann ich auch vermelden: Wie jedes Jahr ist es Rosa rugosa Alba. Nach meiner Erfahrung müsste die nächste Winchester Cathedral sein. Ich bin's gespannt. 30. Mai Welche eine Freude! Heiß ersehnt die erste Blüte von Geranium renardii Tschelda. Ich habe es mir letzen Herbst gekauft und war natürlich besonders gespannt. Seit heute blüht auch Ger. pratense "Pragser Wildsee" (auch hier weiß ich nicht den genauen Sortennamen, drum benannte ich es nach dem Fundort).31. Mai Der letzte Tag des Wonnemonats. Mittig der Blütenvergleich von Ger. renardii Tschelda (links) und Philip Vapelle (rechts). Nun warte ich noch auf die Sanguineumarten und Magnificum, dann müssten alle blühen. Nein, Kendall Clark zickt noch und Wlassovianum blüht erst ab Juli. Wirklich, waren das wirklich schon alle? **********************

Nun, das war eine lange Reise durch den schönsten Monat des Jahres. Ich hoffe, ich habe euch nicht gelangweilt.
Ich halte mich an den Spruch von Mark Twain "Gib jedem Tag die Chance, der Schönste deines Lebens zu sein". Ich geniesse die Stunden, versuche mir keinen Stress machen zu lassen. Für den kommenden Monat freue ich mich schon auf die Rosenblüten, die Clematis, die Hostapracht.
Euch allen ein schönes Wochenende.

Freitag, 30. Mai 2008

Berliner Luft Teil 3

Eine Reise nach Berlin ohne das Brandenburger Tor durchschritten zu haben - undenkbar. Und unglaublich, wenn man bedenkt, dass dort, wo ich das Foto gemacht habe, vor zwei Jahrzehnten Sperrgebiet war. Unbetretbar, es sei denn, man wollte erschossen werden. Die Quadriga

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Der Berliner Dom ist das mächtigste und beeindruckendste Bauwerk, das ich je gesehen habe. Es imponiert durch die enorme Größe, die Details, die Bauweise. Ich hätte gerne mehr Zeit gehabt um alles zu erfassen und auf mich wirken zu lassen. Hätte mich gerne auf die Wiese davor gelegt und geschaut und entdeckt. Aber wir waren mit einer Gruppe unterwegs und da ist das schlecht möglich. Nun war ich das zweite Mal in Berlin und noch nicht einmal konnte ich den Dom von innen sehen. Also - beim nächsten Mal auf jeden Fall, das lasse ich mir dann nicht nehmen.












"Oh Schreck, was ist das denn", werdet ihr jetzt vielleicht denken!? Honeckers Lampenpalast, auch bekannt unter "Palast der Republik". Dieses Gebäude wird komplett abgebaut und an der Stelle wird das Schloss - zumindest die Fassade - wieder aufgebaut. Baukosten: .... so eine Zahl kann ich nicht schreiben. Tja, wer hat der hat ... Man darf geteilter Meinung sein, ob das sein muss.


Teil 4 folgt ...

Donnerstag, 29. Mai 2008

Berliner Luft Teil 2

Mit der berühmteste Platz Berlins: der Alexanderplatz. Kurz "Alex" genannt. Knotenpunkt im U- und S-Bahnverkehr. Ein riesiger Platz, zahlreiche Kaufhäuser. Straßen, die in alle Richtungen führen.

Unübersehbar der Berliner Fernsehturm, das höchste Gebäude der Stadt. Per Aufzug fährt man in wenigen Sekunden zum Aussichtspunkt in der "Kugel" und hat von dort einen sagenhaften Rundblick über die Stadt. Sollte man nicht versäumen! Der Preis von ca. 10 Euro ist es wert. Allerdings sollte man frühzeitig dort sein, die Warteschlangen- und zeiten sind aushaltbar aber ... naja, man will ja noch viiiel mehr sehen (geöffnet ab 9 Uhr!) Die Weltuhr auf dem Alex

Fernsehturm und Marienkirche, eine der ältesten Kirchen Berlins

Gleich gegenüber das "Rote Rathaus". Die Farbe bezieht sich nicht auf die politische Richtung des OB, sondern nur auf die roten Ziegel, aus denen das Haus erbaut wurde.

Auf dem großen Platz zwischen Rathaus und Marienkirche steht der Neptunbrunnen. Eine Huldigung an den "Gott des Meeres", der meistens mit seinen Symbolen Dreizack, Szepter, Seepferdchen und Delphin dargestellt wird. Man sollte sich etwas Zeit lassen bei der genauen Betrachtung der herrlich plastisch ausgearbeiteten Details des Brunnens.


Und schon sieht man im Hintergrund das nächste Highlight Berlins. Zum Dom mehr im Teil 3.

Nur wenige 100 Meter weiter gelangen wir ins Nikolaiviertel. Direkt an der Spree gelegen mit liebevoll restaurierte Häuser, ein paar Geschäften, kleinen Schänken und Gaststätten. Sehr gemütlich und gemächlich geht es zu. Toll ist es dort am Abend.

Mitten in Berlins ältestem Wohngebiet steht die Nikolaikirche mit den zwei Türmen. Auch diese, wie so viele Gebäude in Berlin, aus rotem Backstein gemauert.



Ebenfalls im Nikolaiviertel befindet sich die Statue von Zille. "Pinselheinrich" wird er auch heute noch liebevoll von den Berlinern genannt. Besonderes Kennzeichen: die immer glimmende Zigarre im Mund. Als Maler, Grafiker, Karikaturist und Fotograf liebte er die Darstellung des Berliner "Miljöh". Zeitlebens war er voller Mutterwitz und pflegte die Berlinerische Mundart.
„Mutta, jib doch die zwee Blumtöppe raus, Lieschen sitzt so jerne ins
Jrüne!“


Zile starb 1927 in Berlin, im vergangenen Januar wäre er 100 Jahre alt geworden.

Die Gaststätte "Zum Nußbaum" war sein Stammlokal. Es stand vor dem 2. Weltkrieg woanders und wurde hier wieder aufgebaut.

Bei all den vielen Straßen, Beton und Asphalt tut es richtig gut, solch eine liebevoll bepflanzte Ecke zu entdecken.


Nein - in der Stadt leben könnte ich nicht. Ich bin ein Kind vom Dorf und gewohnt, die Natur gleich um mich herum zu betreten und erleben zu können.
Teil 3 folgt