Samstag, 26. Juni 2010

Sagenumwobener Holunder

Auf Grund der vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten wurde der Holunder früher auch als „Herrgottsapotheke“ bezeichnet. Eingesetzt wurde er bei Magenverstimmung, Husten, Fieber, Rheuma, Ischias und vielem mehr. Für die meisten unserer Großeltern stellte der Holunder deshalb eine vielfältige und billige Naturapotheke dar. Man sagte früher deshalb auch: „Vor diesem Strauch soll man den Hut abnehmen“.

Zahlreiche Sagen und Märchen umspielen den Holderstrauch, auch im Aberglauben war er von Wichtigkeit. Galt er doch als Mittel gegen Zauberei und Hexen.
Auch sagte man ihm Schutz und Abwehr vor Feuer zu, weshalb er in jedem Haus und Garten zu finden war. Vor allem an Scheunen ist er noch heute zu finden.

Die alten Germanen glaubten, die Göttin Holda (man kennt sie auch unter dem Namen Frau Holle aus dem gleichnamigen Märchen) wohne im Geäst des Holunder. Deshalb wurden auch Opfergaben neben ihm angelegt.

Im Mittelalter glaubte man, daß, wenn man die Zweige des Holunders abschnitt, die Geister, die darin wohnten, einen heimsuchen und böse bestrafen würden. Und im alten Rom färbten sich die feinen Damen ihre Haare mit Holundersaft.



Am Holderstrauch, am Holderstrauch, der blüht so schön im Mai
da sang ein kleines Vögelein ein Lied von Lieb und Treu.

Beim Holderstrauch, beim Holderstrauch, wir saßen Hand in Hand.
Wir waren in der Maienzeit die Glücklichsten im Land.

Beim Holderstrauch, beim Holderstrauch, da muss geschieden sein.
Komm bald zurück, komm bald zurück, Herzallerliebster, mein!

Beim Holderstrauch, beim Holderstrauch, da weint ein Mägdlein sehr,
der Vogel schweigt, der Holderstrauch der blüht schon lang nicht mehr
(Komponist Hermann Kirchner)

Hollerwein-Sirup
In Ermangelung an Gelierzucker habe ich das Rezept abgewandelt. Eigentlich sollte es Gelee werden.
20 Dolden Holunderblüten mit 1 Liter Weißwein aufgießen. Etwa 24 Stunden ziehen lassen, dann abseihen. Mit 1 kg Zucker gut durchkochen lassen und in Gläser oder Flaschen füllen. Diese 30 Minuten bei 120° einkochen.

Glück und Unglück

Glück ist, wenn das Fenster geschlossen ist, wenn ein Wespennest aus dem Rolladenkasten auf die Fensterbank fällt. Das war gestern.
Interessant zu beobachten, wie die Maden in den unverschlossenen Waben sich bewegen, gefüttert werden und mit Flügelschlägen gekühlt werden.
Eben habe ich nochmals nach dem Nest geschaut. Und siehe da, die Tierchen waren fleißig. Die Waben sind verdeckt. Gut zu erkennen ist seitlich das Einflugloch, der Versorgungszugang. Ich werde es weiter im Auge behalten.
Unglück ist, wenn man auf der Treppe erste Flugversuche unternimmt und die Landung fehl schlägt. So passiert vor einigen Tagen. Mittlerweile ähnelt der Fuß noch mehr einem unförmigen Fleischklops. Er schwillt direkt an, wenn er nach unten hängt und ist bis in die Zehen sehr farbenfroh ;-( Ich werde wohl noch einige Tage ruhen müssen. Die Gartenarbeit bleibt unerledigt und Sport fällt auch erstmal flach. Mist aber auch. Ich könnt' mich grad mal in den P*** beißen.
Hollerwein-Sirup hab ich gekocht. Sollte zwar Gelee werden. Aber da niemand Zeit hatte, mir den fehlenden Gelierzucker einzukaufen, musste ich eben das Rezept umwandeln.

Ich wünsche euch allen einen schönen sonnigen Sonntag, das Wetter soll ja morgen noch besser werden als heute. Obwohl sich schon einige Leute lauthals beschwert haben, es sei ja viel zu heiß und regnen müsse es dringend mal.
Manno, nee, es ist Sommer. Den haben doch alle herbei gesehnt.

Sonntag, 20. Juni 2010

Offene Gartenpforte - ein Paradies am Stadtrand

So luftig-leicht wie dieser Kranz im Baum schwebt, so herrlich leicht hat die liebevolle Hand der jungen Gärtnerin ein Paradies erschaffen, wie es seines Gleichen sucht.

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Dieser Garten entstand in einem alten Steinbruch. Wie groß das Terrain ist, weiß ich nicht. Ich kanns auch nicht schätzen. Aber durch die Gliederung scheint er bestimmt größer. Zu entdecken gibt es viele Rosen, eine Wildblumenwiese, tolle Staudenkombinationen, ein Gemüsebeet, einen traumhaften Sitzplatz unterm Obstbaum, die Asiaecke, das Pavillion am Seerosenteich. Dekoratives, das erst auf den zweiten und dritten Blick zu sehen ist, so mag ich es. Eine Farnschlucht hoch überm Garten gelegen ist im Entstehen.
Genug geredet, kommt mit!
Was für ein liebevoller Empfang!


Alleine der Hof hat die Ausmaße eines "gewöhnlichen" Stadtgartens.
Los gehts ...

Sehr einladend! Aber nein, erst gucken ....

Was für eine tolle Idee, die Gemüsebeete mit Tagetes einzufassen. Aber wie hat die Gärtnerin es geschafft, dass diese nicht von den Schnecken aufgefressen wurden???
Was gibt es hier zu entdecken?

Schaut mal, der Setzkasten im Hintergrund. Entzückend! Morgen muss ich auf den Speicher, irgendwo liegt da noch ein Exemplar von unseren Kindern rum ....

Diesen Spruch kann ich voll und ganz unterstreichen.
Gehts irgend jemandem nicht so???
Langsam gehts weiter. Es gibt so viel zu sehen.

Ein Vorbote zum asiatischen Bereich


Tausende zauberhafte Details könnte ich allein aus diesem Bereich zeigen.
Wohin wohl diese Treppe führt? Bei meinem letzten Besuch in diesem Garten war hier noch Wildnis.
Schaut mal genau hin wie die Laterne aufgehängt wurde! An einem Wurzelstück. Genial.
Ein neu gestalteter Sitzplatz. Die Bank sei erst von ein paar Tagen geliefert worden, berichtete die Gärtnerin. Stellt euch mal vor: Dieser Platz "schwebt" über der Asiaecke, hoch überm eigentlichen Garten.




Der "Jungbrunnen", so ist es auf einem Schiefertäfelchen zu lesen.
Und von dort oben dieser herrliche Überblick aufs Gemüsebeet. Links davon ist der Sitzplatz unterm Baum, rechts das Pavillion am Seerosenteich
Oh, wie hübsch dieser Pavillion ist, der muss auch noch erkundet werden.
Und erst dieser Teich!!!! Nix wie hin.



Zum Sitzen und Verweilen einladend ist die Türe geöffnet.
Tee und leckere Rosenkekse gab es zu kosten. Hmmmm......
Der Blick schweift von dort zum Sitzplatz unter dem alten Obstbaum, dem Bobby James demnächst eine zweiten Blüte beschert.


Am Gartenzaun entlang führt der Rundweg nun langsam Richtung Ausgang und Ende. Neiiiin, ich will noch nicht!!!


Welches Geranium ist das??? Ich habe vergessen zu fragen.



Noch ein letzter Blick zurück Richtung Garten, dann müssen wir gehen. Ungerne, das gebe ich gerne zu. Hier könnte ich es den ganzen Tag, die ganze Woche aushalten.
Ich stelle mir vor, wie es ist, diesen Garten das ganze Jahr über erleben zu können. Vom Frühjahr an, wenn alles zu neuem Leben erwacht, über die Üppigkeit im Sommer. Die prachtvolle Rosenblüte zu geniessen. Dann im Herbst zu beobachten wie sich der Kreislauf langsam schließt und im Winter die Strukturen, das Grundgerüst des Gartens zu erfassen.

Ich bin mir sicher, euch war beim Rundgang durch den Garten kein bißchen langweilig. Und bestimmt würdet ihr gerne mehr sehen.
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Jaaa, ihr dürft gerne neidisch sein, dass ich das "in echt" erlebt habe. Ich wäre es ebenso ;-)

Kommt gut in die neue Woche.
Morgen ist Sommeranfang. Man kanns kaum glauben.