Sonntag, 31. Mai 2009

Wonnemonat Mai

Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus ...


Alle zwei Jahre richtet die hiesige Feuerwehr am ersten Maitag eine Grenzgang-Wanderung aus. Morgens um halb neun ist in der Dorfmitte der Treff- und Startpunkt. Und wer unsere Gegend kennt, weiß was es bedeutet, die Grenze abzugehen. Auf und ab geht der Weg. Dieses Jahr fanden sich besonders viele Leute ein, den Weg mit zu gehen, fast 100 Menschen waren auf den Beinen! Wir hatten einen Heidenspass.
02. Mai - alljährlicher Fixtermin im Gartenkalender. Auf zum Pflanzenmarkt im Hessenpark. Mit einigen Gartenfreundinnen treffen wir uns dort immer frühmorgens. Ein bissi Plauderei, Pflanzentausch und dann gehts ab - Kaufrausch inklusive, wer kann da schon NEIN sagen??
Ist es denn zu glauben? Bereits Anfang Mai tragen die Johannisbeeren kleine Früchte. Ein weiterer Pflanzenmarkt musste besucht werden. Jeweils am ersten Sonntag im Mai steigt in unserer Kreisstadt dieser Termin. Da muss frau einfach hin, und schauen, und kaufen. Viele Privatgärtner bieten dort Ableger an zu Preisen, die unwiderstehlich sind. Und dort bekommt frau was fürs Geld, da gibt wirklich dicke Staudenballen.
Ich habe eine Rhabarberschwemme. Der viele Regen behagt den Stangen. Sie sind dick und saftig und wollen verarbeitet werden.
Viel Neues ist hier zu sehen. Die Heuchera "Beauty Color", die Clematis, deren Name ich gerade nicht weiß. Neue Hosta im großen Foto, der Farn unten mittig. Ich topfe mir die Neuzugänge gerne im ersten Jahr, um zu beobachten, wie sie sich entwickeln und wo/wie sie sich wohl fühlen.
09. Mai - die Apfelblüte hat begonnen. Ebenso die erste Blüte vom Geranium cinereum Guiseppi. In echt ist die Farbe noch krasser als im Foto oben rechts.
10. Mai - Muttertag. Ich mag solche aufgezwungenen "Feiertage" nicht sonderlich. Okay, ich melde mich bei meiner Mutter, weil ich weiß, wie sehr SIE darauf Wert legt.
Aber als meine Tochter kam und mir die kleine Figur (mittig in der Collage) brachte, war ich doch sehr gerührt. Jedoch weiß ich, dass mein Kind keine solchen besonderen Anlass braucht, um an mich zu denken und mir eine Freude zu machen.
Von meinem Sohn bekam ich ein kleines Büchlein "Der lieben Mutter" mit herzigen Sprüchen. Seine Freundin sagte mir, er habe das Buch vor dem Kauf komplett und recht andächtig gelesen (äußerst untypisch für meinen lesefaulen Sohn), drum ist mir dieses Geschenk etwas ganz besonderes.
Luna und Sunny, meine treuen Begleiter. Sobald ich draußen bin, sind auch die beiden um mich. Rennen mit mir den Berg rauf und runter. Wozu brauche ich einen Hund als Aufpasser??
In der Mitte Hosta Brim Cup. Genial schön. Regen-Sonne-Schneckenfest.
Ach, was schaut er lieb drein, mein Katerchen Sunny. Er ist immer um mich rum, wenn ich im Garten arbeite. Die Hostain der Collage ist Stilleto. Ich habe sie - für viel zu wenig Geld, 1,99 Euro - in einer Gärtnerei erstanden. Die Leute sind selbst dran schuld, wenn sie nicht wissen, was sie verkaufen.

Ein Gartenforumstreffen stand am 17. Mai an. Reihum treffen wir uns in Privatgärten, zwischen Kuchen, Gebäck und Kaffee schnattern wir um die Wette, bestaunen die gärnterischen Fähigkeiten der jeweiligen Gastgeberin, tauschen Pflanzen, Sämlinge und die neuesten Neuigkeiten aus, bevor wir uns schweren Herzens trennen und nach Hause fahren. Dieses Mal durften wir zu Gast sein bei AnQe
Zu Hause staune ich Tag für Tag, wie schnell alles wächst. Noch vor vier Wochen befürchtete ich riesige Löcher in den Staudenbeeten. Jetzt stelle ich fest, dass alles eigentlich viel zu dicht wächst.
Dies ist mein Lieblingsbeet. Glaube ich jedenfalls. Unterm Apfelbaum wächst seit Jahren Hosta "Francee", ist mittlerweile ein mächtiger Batzen geworden. Nach links setzt sich die Hostasammlung fort, dazwischen beidseits Akeleien und verschiedene Geraniümer, Hemerocallis, Phlox, Polemonium, Digitalis. Die Beete sind zu jeder Zeit schön und immer anders.
Hervorgehoben ist in dieser Collage das Geranium endresii "Rosenlicht". Klasse ist diese Farbe. Es wächst im Südhang, was heißt sonnig und trocken. Im Sommer muss ich es unter Tags immer wieder gießen. Ein schattigerer bzw. feuchterer Standort würde ihm eher behagen. Aber es passt so klasse an die Stelle, unter der Rose The Fairy, drum bleibt es und ich nehme den Mehraufwand an Pflege gerne in Kauf.
Oben in der Collage - genau vor der Haustür. Unser Hausbaum, ein Flieder ist mittlerweile am Fuß total eingewachsen mit Farn, Gräsern und Akelei, Efeu erklimmt die Stämme. Das sieht richtig klasse aus. Finde ich. Andere sind genau gegensätzlicher Meinung :-(( Seht ihr in der Mitte die Hosta, es ist Gold Standard. Sie wächst genau in einer Sichtachse. Vergilbt über den Sommer zunehmend und ist ein echter Eyecatcher an diesem Platz.
So, das war mal wieder eine ausgiebige Reise durch meinen Garten.
Ich hoffe, es waren nicht zu viele Fotos, ich tue mich immer schwer mit dem Aussortieren. Gerade der Mai ist ein Monat, in dem man/frau sich gar nicht entscheiden kann, was man zeigen soll. Alles erwacht zum Leben und ist ein Herzeigen wert.
Ich wünsche euch allen noch einen schönen Pfingstmontag.
Derzeit komme ich kaum zum Kommentieren in den vielen liebgewonnenen Blog. Lesen tue ich regelmäßig, zu mehr reicht die Zeit nicht. Beruflich bin ich gerade sehr eingespannt und im Umbruch. Das raubt mir viel Kraft.

Donnerstag, 21. Mai 2009

Vatertag

Unser Sohn schrieb im Alter von 8 Jahren seinem Vater auf einen Zettel:
"Faddertag isd Aberglaupe"

Solch kindliche Weisheit tun die Väter natürlich gerne als dummes Geschwätz ab. Und so ist mein Mann auch heute noch total gegensätzlicher Meinung und zog gegen Mittag los.... Es sei ihm gegönnt.


Freund oder Feind?? Ich plädiere für Freund. Der kleine grüne Kerl ist vor Angst stockesteif. Er will bestimmt mal ein Schmetterling werden. Aber welcher bloss? Meine Güte, ist das Pratense-Geranium hoch dieses Jahr. Alles kommt und blüht so schnell hintereinander. Man kann das einzelne gar nicht recht geniessen.
Dieser Stecker ist sehr praktisch. Wo doch der Bärlauch bald einzieht. So vergesse ich nicht, dass ich da besser nicht hacke.
Akeleien, was für eine Pracht im Moment. Sie samen sich stark aus und ich lasse sie. Wo sie zu dicht stehen, nehme ich sie im zeitigen Frühjahr weg und pflanze sie um. Platz dafür finde ich immer. Kein Problem bei meinem großen Grundstück.
Die erste Rose ist aufgeblüht. Wie immer Rosa rugosa, die Kartoffelrose. Eine einzige Blüte reicht für ein Dufterlebnis aus. Wenn dann erst viele Blüten offen sind - ....
Hummel im Anflug! Die blauen Blüten der Centaurea ziehen sich wie ein Band über den ganzen Hang
Die Päonien beginnen auch zu blühen. Wie alles andere um etwa zwei Wochen früher als gewohnt.
Das gleiche Phänomen bei den Hosta. Sie schieben schon Blütenstängel.

One Man's Treasure, ich liebe sie wegen den rotgesprengelten Blattstielen
Hemerocallis. Viel zu früh diese Sorte, normalerweise ist sie erst Mitte Juni dran. Nun wird sie die nächsten Tagen aufblühen. Und ich werde nicht da sein um es zu beobachten. Es ist zum heulen, echt.Diese Rugosa-Knospe öffnet sich wohl morgen.
Wie verschieden doch die Rosenknospen aussehen. Diese hier ist von Mme. Hardy
Und diese von Reine de Violett. Auf diese Rose freue ich mich besonders. Der Stock ist dieses Jahr so groß wie noch nie. Eine kleine Entschädigung für die 14 Rosen, die ich wegen dem harten Winter verloren habe.
Heuchera "sowieso", sie mickerte an anderer Stelle. Nun wächst sie erst mal im Topf, das gefällt ihr scheinbar. Sie hat schon um das doppelte zugelegt. Bis im Herbst werde ich wohl eine geeignete Stelle für sie gefunden haben. Bis dahin geniesse ich ihre Schönheit in Sichtweite beim Gartenhaus.
Morgen muss ich wieder zum Seminar. Die drei kommenden Tage werden aufregend. Am Sonntag ist Prüfung. Mündlich, je 1/4 Stunde. Na ja, für mich eigentlich kein Problem. Babbeln kann ich bis die anderen umfallen *lol* . Ich hoffe bloss, dass auch was Gescheites dabei raus kommen wird. Ach, klar, ich bin zuversichtlich, es wird klappen.
Eine schöne Restwoche, für einige wirds sicher ein wunderschönes, gemütliches langes Wochenende sein/werden. Lasst es euch gut gehen.

Dienstag, 19. Mai 2009

Zeit bekommt man nicht ...

Zeit bekommt man nicht geschenkt, man muss sie sich nehmen
Das dachte ich mir heute morgen. Der Tag begann mit strahlend blauem Himmel. Also raus aus den Federn, was mir als Frühaufsteher eh nicht schwer fällt, rein in die Klamotten, die Nordic Walking Stöcke geschnappt und ab in die Natur.
Nehmt euch ein bißchen Zeit und kommt mit, es wird euch bestimmt gefallen.
Im Tal hat sich der Nebel schon aufgelöst. Die bunte Blumenwiese - wie schön.
Aber nicht mehr lange. Die Bauern beginnen bereits mit dem Mähen für die Silage.
Hier wachsen unsere nächsten Kartoffeln. Ein Cousin meines Mannes ist Nebenerwerbslandwirt. Von ihm bekommen wir die Kartoffeln erntefrisch direkt in den Keller. Oft helfe ich beim Ernten. Das ist Knochenarbeit.
Dieser Fernsehturm ist vom ganzen Tal her zu sehen. Er ist Namensgeber für unsere Gemeinde. Am Donnerstag werden wir wieder dorthin wandern. Dicht dabei gibts eine tolle Sehenswürdigkeit. Aber darüber verrate ich heute noch nichts. Übt euch in Geduld.

Früher war hier alles Wald. Wirklich. Dichter, dunkler Fichtenwald, feuchter Boden, immer kühl und schattig. Der schlimme Sturm "Kyrill" hat im Januar 2007 bei uns schlimm gewütet. Man kennt sich kaum mehr aus und muss oft überlegen, wo man ist. Alles sieht anders aus. Noch immer sind die Aufräumarbeiten noch nicht abgeschlossen. Holzstämme lagern überall, bereit für den Abtransport.
Wir sind auf der Höhe angekommen, jetzt gehts eine Weile gerade aus.
Etwas gutes hatte die Sturmkatastrophe. Durch den Windbruch ergaben sich wunderschöne neue Ausblicke. Ein rießiger Crataegus. Kennt ihr den Geruch? Ich empfinde ihn schon von wenigen Zweigen als etwas unangenehm. Und dann dieses Teil. Puh.
Auch hier konnte man früher nicht so weit schauen. Die kahle Fläche mittig im Foto war früher auch voller Fichten. Es ist unbeschreiblich. Unvorstellbar. Man muss es selber sehen um es erfassen zu können. Noch heute ist man voller Angst, wenn der Wind etwas stärker als gewohnt bläst.
Holz, Holz, Holz .... Mittlerweile hat sich der Borkenkäfer breit gemacht und schädigt die übrig gebliebenen Bäume zusätzlich.
Hier bleibe ich immer eine Weile stehen. Ich finde die Aussicht an dieser Stelle besonders schön. Ich kann ein Stück von meinem Heimatort sehen, die Kirche, in der ich getauft, konfirmiert und getraut wurde.

Habt ihr noch Kondition, gehts noch? Auf zum Endspurt. Erstmal ein gutes Stück abwärts. Es wird schattiger, Weg und Wiese hier sind ganzjährig nass.
Das taunasse Gras glitzert in der Sonne ..
und der Bach gluckert vor sich hin.

So, noch mal aufwärts, die letzte Steigung. Schließlich wohne ich im hessischen Bergland.

Und schon sind wir am Ausgangpunkt angekommen. Das war meine Lieblingsrunde. Ich hoffe, es hat euch gefallen.

Und nun, auf in den Tag. Es gibt viel zu tun. Ich fühle mich, als könnte ich Bäume ausreißen.