Donnerstag, 24. April 2008

Luna will spielen

Luna meint, mir wäre langweilig. Sie hat mich sehr lieb, drum geht sie ins Haus, holt eine Spielzeugmaus, legt mir diese mit gespitzten Ohren vor die Füße und maunzt.
Natürlich habe ich keine Langeweile, sondern bin mitten in der Gartenarbeit und habe eigentlich gar keine Lust, aber ihrem Blick kann ich nicht widerstehen. Also wird die Maus durch die Luft geworfen, Luna fängt sie auf, lässt sie fallen, das ganze Spiel von vorne. Dann spielen wir mit einem Grashalm, rennen hintereinander her, raufen und toben, bis sie sich müde und zufrieden hinlegt, um eine Runde zu schlafen.

Ja, sie hat mich gut erzogen. Wie schön es doch ist, einen tierischen Freund zu haben.



Dienstag, 22. April 2008

Arbeitstag im Aprilgarten

Wenn auch noch nicht viel zu sehen ist, aber auch hier wird es langsam mit dem Frühling. Die Stauden sind nicht aufzuhalten. Sie wachsen und gedeihen, wie jedes Jahr. Heuer haben sie sich mehr Zeit gelassen. Eben dem Wetter entsprechend. Nur wir Menschen waren ungeduldig.
Wir sollten uns an der Natur ein Beispiel nehmen. Jawoll!



Hier ein Potpouri der Schönheiten
Aber nun zum einzelnen. Diese schöne dunkelrote Helleborus bekam ich von meiner Kollegin. Einen großen Batzen hatte sie abgestochen und mir geschenkt. Hätte ich diese Menge gekauft, hätte ich gut und gerne 50,- Euro hinblättern müssen. Leider wächst sie bei mir nur zögerlich. Ich denke, ich sollte ihr einen besseren Boden gönnen. Aber an der Stelle gefällt sie mir so gut.
Die erste Tulpe strahlt mir seit gestern im Vorgarten entgegen. Ich habe vor Freude laut gejubelt. Wirklich! Dabei gefällt mir diese Tulpe gar nicht.
Ein Stück vom Vorgarten. Der häßliche braune Busch ist ein Cotoneaster. Ich wäre ihn gerne los, aber dazu braucht's Maschinenkraft. Der Busch ist schon so alt und hat dicke starke Äste, an die Wurzeln mag ich gar nicht denken. Ich empfinde dieses Teil als den Schandfleck in meinem Garten. Es dauert nicht mehr lange, dann kommt er weg. Ich muss mir unbedingt Pflanzen anzüchten, mit denen ich dann direkt das Riesenloch füllen kann.
Die Südböschung mit der Treppe in den Garten hinauf. Der Rosenbogen steht noch nackt da. Links wächst New Dawn, recht Ghislaine de Feligonde. Geradeaus mein vor zwei Jahren angelegtes Hostabeet. Genau mittig wächst (eher zufällig gepflanzt) eine gelblaubige Hosta. Das sieht klasse aus, wenn man hinauf geht. Am Fuß der Treppe befand sich ein Rosenbogen. Der musste vergangenen Herbst wegen der Hausrenovierung entfernt werden. Es wird schwer, wenn nicht gar unmöglich sein, den wieder anzubringen. Sehr schade. Eine Wildtulpe. Klein. Fein. Robust. Unkaputtbar.
Das ist nicht etwa ordinäre Gartenerde. Nein, es ist des Gärtners Gold. Der Kompost ist reif, gut abgetrocknet und kommt den hungrigen Stauden zu gute.Im Kompost fand ich die Kartoffeln. Letztes Jahr keimte dort eine "wilde" Knolle. Da der Winter ausfiel, sind die Kinder nicht erfroren. Hmmm, die schmeckten lecker heute!
Roter Rhabarber, sponsored by Alchemilla/Sigrun. Bei jedem Stängel, den ich ernte, denke ich voller Dank an sie.
Kalt ist der Wind ... man muss beim Arbeiten bleiben, bloss keine Pause machen, dann merkt man es nicht so sehr. Aber es macht Spass. Endlich wieder draußen zu sein, mit den Händen in der Erde zu wühlen. Die Rückenschmerzen am Abend, hah, die geniesse ich fast. Weiß ich doch, woher sie sind. Nicht vom faul im Sessel hocken, sondern vom Graben und Hacken.

Montag, 21. April 2008

Ernte

Bei den heutigen Gartenarbeiten stand unter anderem der Kompost auf dem Plan.


Vorher kamen natürlich tausend andere Dinge dran, die einfach "auf dem Weg" lagen. Kennt sicher jede/r. Man nimmt sich etwas vor und sieht dann hier und da noch etwas und schwups ist der erste Gedanke dahin. Aber dann, kurz vor Feierabend, hatte ich mich samt den nötigen Arbeitsgeräten bis zum Kompostplatz vorgearbeitet. Und dann schaufelte ich in die Säcke, und schaufelte, und schaufelte ... plötzlich eine Kartoffel. Nanu, denke ich, wie kommt die denn hierher. Weiter schaufeln. Noch eine Kartoffel, noch eine ...


Dann fiel es mir wieder ein. An dieser Stelle hat letzten Sommer eine Kartoffel "wild" gekeimt. Im Herbst vergaß ich zu ernten .. das konnte ich dann heute nachholen.


Hier meine Ausbeute:

Dienstag, 15. April 2008

Aprilwetter

Wer ist wohl nicht genervt von dem ewigen schlechten Wetter. Regen-Schnee-Sonne-Wolken-Frost im wilden Wechsel.
Wir sollten aber froh sein, dass es jetzt, im April ausreichend regnet. Wenn ich da noch an letztes Jahr denke, als wir in eben diesen Tag den Hochsommer 2007 erlebten. Da wars uns auch nicht recht, dass alles zu trocken war. Dass der Frühling quasi ausfiel. Die Bäume hatten gar nicht richtig Zeit zu blühen. Und dann im Juli, August .... na ja, reden wir lieber nicht davon und hoffen auf einen Supersommer mit Wärme und Regen, Wind und Sonne immer zur rechten Zeit.
Jeden Morgen, wenn ich zum Fenster raus sehe, scheint es mir, als wäre das Gras wieder ein wenig grüner geworden, die Knospen an den Sträucher dicker .... so nimmt das Jahr und die Jahreszeit ihren Lauf.

Dieses Lied kam mir in den Sinn, als ich bei der Gartenhecke stand und zu unserer Hütte hinauf sah. Kaum zu glauben, dass es nur noch ein paar Wochen dauern wird, bis im Hang die Blumen blühen. Dass wir dort laue Sommerabende verbringen werden. Ach, schon wieder packt mich die Ungeduld ...

Freitag, 11. April 2008

Zauber(hafter) Garten

Vorletztes Jahr besuchte ich im Rahmen der "Offenen Gartenpforte" einen wirklich zauberhaften Garten. Für mich ist es mit Abstand der schönste, den ich je gesehen habe.
Das Gebäude war früher die Dorfschule.
Blühendes sieht man wenig. Blattschmuckstauden beherrschen das Terrain, denn viele alte Bäume werfen ihre Schatten.
Es gibt mehrere Sitzplätze, einige Gartenhäuser, keinen Rasen. Überall stehen die Skulpturen, die von der Hausbesitzerin selbst angefertigt wurden. Viele Winkel, in denen es etwas zu entdecken und zu bestaunen gibt.
Für mich steht fest, dieses Jahr möchte ich noch einmal dort hin.





DieseTür bestimmt in die Welt der Elfen und Zwerge?!









Mittwoch, 9. April 2008

Der versteckte Frühling

Heute nachmittag zog ich meine dick gefütterten Winterstiefel an und machte mich auf den Weg in den Garten um den Frühling zu suchen.


Tulpen, im Herbst versteckt. Nun warte ich sehnsüchtig auf deren Erscheinen. Ich weiß gar nicht mehr, welche Sorten und Farben es waren. Hier wachsen unter anderem Polemonium, Geranium Sirak und Tschelda, weißes Dicentra und verschiedene Rosen. Und Tulpen.
Platsch - da liegen die Narzissen auf dem Boden. Der pappnasse Schnee ist zu schwer. Aber ich bin mir sicher, dass sie sich wieder aufrichten werden.
Ah, da hat sich ein Pulmonaria eingeschlichen. Macht nichts, es ist Platz genug, es darf bleiben.

Sedum telephium hat auch schon das Licht der Welt erblickt. Unverwüstlich findet es seinen Weg durch den Schnee. Dieser Topf, hat wie einige andere auch, den Winter nicht überstanden. Sowas passiert mir immer nur in Wintern, die keine sind.
Ich musste erst überlegen, welches Geranium hier so hübsch austreibt. Es ist Wslassovianum "Zellertal". Die Sorte blüht erst spät im Jahr, aber dafür bis in den November hinein.
Noch ein Neuankömmling. Anemone blanda - Buschwindröschen. Es taucht überall auf.

Pachysander ist unverwüstlich. Es wächst zu Füßen der Rosa rugosas und vermehrt sich langsam aber stetig. Hübsch sind die kleinen weißen, recht unscheinbaren Blüten. Na, Sunny, hast du den Frühling gefunden??
Ein Wunder, dass die beiden Katzen vor die Türe gehen. Aber klar, wenn Dosi in den Garten geht, müssen die Bewacher mit. Aber wie man erkennt, gefällt es Luna gar nicht. Ihr ist es viel zu kalt und zu nass. So hockt sie dort und wartet geduldig, bis ich mit meiner Arbeit fertig bin.
Rosa rugosa. Treibt schon sehr früh im Jahr aus und blüht als erste Rose überhaupt. Ich freue mich schon auf den Duft. Aber so richtig wie Frühling siehts immer noch nicht aus.
Die Haselnuss will auch gerne, ... aber nein. Es ist noch nicht soweit.
Luna hat den Platz gewechselt. Aber ihre Laune ist immer noch mies. Man siehts, wie sie die Schnurbarhaare hängen lässt. "Geh doch endlich rein!" scheint sie sagen zu wollen. Hah, Doronicum! Jaaa, es lebt noch...
Im Schnee strahlt das Blau der Pulmonaria noch mehr.
Die Alchemilla hat auch gemerkt, dass sich was tut in der Natur. Frisches Grün, wie herrlich.
Sunny mag auch nicht draußen sein. Er guckt ganz traurig.

Da hocken die beiden nun, schauen mal hier hin .... .... mal dahin ....
... mal dorthin ...
Oh, noch etwas entdeckt. Unkaputtbar sind die Blausternchen.

Die Brombeere hat sich schon gut entblättert.
.... immer noch warten ....
noch ein Blick zurück auf die Blausternchenwiese. Schade, man erkennt es gar nicht so gut.
Und dann wieder ab ins Haus. Es hat unterdessen angefangen zu regnen. Nur sacht und dünn, aber immerhin schmilzt dadurch der Schnee schneller weg.

Nein, den Frühling habe ich nicht gefunden. Er liegt schon in der Luft, ist schon merkbar. Zwei, drei Wochen werde ich mich schon noch gedulden müssen, bis er auch sichtbar angekommen ist.

Leise zieht durch mein Gemüt, liebliches Geläute.

Klinge kleines Frühlingslied, klingt hinaus ins Weite.

Kling hinaus bis in das Tal, wo die Blumen sprießen.

Wenn du eine Rose siehst, sag, ich lass sie grüßen.