Mittwoch, 2. April 2008

Urlaub ....

Fuerteventura. Zwei Wochen Auszeit. Kein Telefon. Keine Termine. Nur Relaxen. Faulenzen. Sonne. Sand. Strand. In den Tag hinein leben. Danach habe ich mich sehr gesehnt. Während der langen und umfangreichen Hausrenovierungszeit war das mein Lichtblick, mein Ziel im Dreck und Durcheinander.
Auch im Urlaub bin ich zeitig auf den Beinen. Ich bin eine "Nachtigall". Der frühe Morgen ist mir das liebste vom Tag. Der Strand noch fast menschenleer. Alles ist ruhig, nur das Meer rauscht beständig.
Lange Spaziergänge am Strand. Nach Lust und Laune ein erfrischendes Bad im Meer nehmen. Mal nichts denken, richten und tun müssen. Einfach faul im Sand liegen. Schlafen, wenn mich die Müdigkeit überkommt.



Fleißig, fleißig. Solch ein Sandungeheuer zu bauen dauert einen ganzen Tag. Die Arbeit wird abends beim Promenieren reichlich belohnt.
Wir hatten diesmal auf meinen Wunsch hin ein kleines Appartement gemietet. Reine Selbstverpflegung. Ich wollte raus aus den Hotels. Dort ist man gezwungen sich an Essenzeiten zu halten, Kleiderordnung einhalten, usw. Ich mag das nicht. Und das tolle Essen bin ich immer nach spätestens einer Woche leid. Bei eigener Verköstigung lebt es sich freier, ungezwungener. Und das bißchen Einkaufen hat Spass gemacht. Ward ihr schon einmal in einem spanischen Supermercado? Das ist ein Erlebnis. Versucht mal Milch zu kaufen. Es gibt etwa 50 verschiedene Sorten. Thunfisch in Dosen, in Öl oder im eigenen Saft?! 7-Meter-lange-hohe Regale voller verschiedener Marken und Sorten. Solch eine Auswahl an Käse, Fisch, Obst ... Unglaublich.

Hier unser Osterfrühstück. Mit Kaffeesatz-gefärbten Eiern. Lachs. Sekt. Alles was das Herz begehrt.
Und sogar am Strand war der Osterhase und hat was ins Nest gelegt.
Aber nun genug von Sand und Strand und Sonne. Solche Bilder gibts zuhauf. Ich möchte euch die Insel zeigen.
Unser Urlaubsdorf Morro Jable, ganz am Ende des etwa 30-km-langen Strandes, der bei Ebbe durchgängig zu begehen ist. Der Baum hier, was denkt ihr, was das ist? Ein Ficus benjaminii. Jawohl. Hierzulande freuen wir uns, wenn er über Winter nicht eingeht, dort werden sie riesig groß. Dabei ist das hier noch ein recht kleines Exemplar.
Typischer kanarischer Balkon. Was brauchen die Menschen dort mehr. Sie können eh das ganze Jahr draußen leben. Sie benötigen lediglich Platz für den Wäscheständer und einen "Jaula", den Vogelkäfig.

Hinterhofidylle in Morro Jable
Wofür das Boot dort steht (übrigens schon seit etlichen Jahren), wissen wir nicht. Aber die Badewanne links - das ist der Grill! Echt! Und was dadrauf gebrutzelt wird, riecht sehr gut.
Zum Gedenken an die ehemals vielen Ziegenhirten der Insel. Die Ziege - Cabrito - ist das Wahrzeichen von Fuerteventura. Wer mit dem Auto unterwegs ist, sollte immer drauf gefasst sein, das eine oder mehrere Ziegen die Straße überqueren. Sie laufen frei umher und werden einmal jährlich zusammengetrieben zwecks Zählung und Markierung.

La fuente de la vida - Die Quelle des Lebens. Die Identität der Inselschönheit ist nicht bekannt.
Noch eine Gedenkstätte. Plaza de los pescadores - Platz der Fischer.

Wer hier bei uns vom "Handtuchgarten" spricht und sich beschwert, sollte sich mal diese Gärten genauer ansehen. Sie entsprechen etwa der Größe einer Briefmarke. Aber sie werden gehegt, gepflegt und teils wirklich wunderschön angelegt.


-Eremita de San Miguel - Die alte Dorfkirche von Morro Jable, erbaut 1948. Unterdessen wurde eine neue Kirche errichtet. Moderner Baustil. Frei von allem Charme. Na ja.
Fuerteventura bietet wenig echte Sehenswürdigkeiten, keine ausgefallenen Highlight, die die Touristen in ihren Bann ziehen. Aber nahezu jedes Dorf hat eine schöne Kirche. Die meisten Kirchen sind den ganzen Tag geöffnet. So hat man die Möglichkeit einzutreten und die Atmosphäre auf sich wirken zu lassen. Und sollte die Tür einmal verschlossen sein, einfach einen der Einwohner nach dem Schlüssel fragen. Garantiert bekommt man das Haus des Küsters gezeigt.

Iglesia de San Miguel in Tuineje.


Die Holzdecke im inselüblichen Mudéjar-Stil. Der Altar ist herrlich mit aztekischen und indianischen Motiven geschnitzt. Diese Arbeiten wurden von nach Südamerika aus- und rückgesiedelten Majoreros, den Ureinwohnern der Kanaren, durchgeführt. Am Fuß des Altars kann man ein Gemälde bestaunen, dass von der "Schlacht von El Cuchillete" im Jahre 1740 während des Krieges zwischen Spaniern und Engländern zeugt. Die blutigen Kämpfe forderten zahlreiche Menschenleben. Jedes Jahr am 13. Oktober wird die Schlacht nachgespielt und bei den anschließenden Feierlichkeiten der Opfern gedacht.Die bedeutendste Kirche des Ortes Antigua ist der Schutzpatronin Nuestra Senora de la Antigua gewidmet. Sie wurde im 18. Jahrhundert über einer alten Kapelle errichtet und weißt Einflüsse des Franziskanerordens auf.
Der Boden ist hier deutlich fruchtbarer als in weiten Teilen der Insel, weshalb bis heute viel Ackerbau und Viehzucht betrieben wird.

Soviel vom Inselzentrum.


Nun möchte ich euch doch noch einmal an die Küste und ans Meer entführen. Zum südlichsten Punkt der Insel, dem Punta de Faro de Jandía.Hier heißt es alles festzuhalten, was nicht angewachsen ist. Die Kraft des Windes zeigt sich hier sehr deutlich an den Wellen. Und man spürt ihn, in Form von grobem Flugsand an den nackten Beinen. Aua .....

Fuerteventura ist ein wichtiges Ruheziel für zahlreiche teils seltene Zugvögel. Wer hätte das gedacht?? Das hier ist demnach wirklich ein Glückstreffer: der Heilige Ibis.
Zahlreiche zarte Blumen trotzen der Wind und der kargen, wasserarmen Gegend.
El Cabrito - die Ziege. Das Wahrzeichen von Fuerteventura.
Und das hier wird aus der Milch gemacht:


Einmal sollte man dem ortsansässigen Mercado einen Besuch abstatten. Es ist ein Erlebnis mit all den Geräuschen, Gerüchen, den Menschen die dort handeln und kaufen. Oder einfach auf einen Plausch bei einem Cafe sólo beisammen sitzen.
Dieser Fisch ist garantiert frisch. Fangfrisch. Und der schmeckt ....!

Wie wäre es mit einem leckeren Menue?


Im Glas einen Sangria

Entrada (Vorspeise): Tapas variadas (verschiedene kleine Häppchen)

dann: Lenguada a la plancha, Papas arugadas y Mojo rojo (Seezunge vom Grill, Runzelkartoffeln mit scharfer Knoblauchsosse)

Postre (Nachtisch): Bienmesabe (typische kanarische süsse Nachspeise mit Mandeln)

Gratis gibts das Meeresrauschen, Mondschein am sternenklaren Himmel, wenn man Glück hat singt der Wirt ein Lied ...


Ach, ich fange schon wieder an zu träumen und mich zu sehnen ...

9 Kommentare:

Lis vom Lindenhof hat gesagt…

Ach war das jetzt ein Hochgenuss bei diesem Sauwetter einen Kurztrip nach Fuerteventura machen zu können! Ihr habt euch in dieser herrlichen Umgebung bestimmt gut erholt und ich glaube die gerne dass du am liebsten gleich wieder Koffenpacken würdest, wenn, ja wenn...... Tolle Fotos hast du gemacht Gudi und vielesn Dank für's zeigen.
Unser Urlaub steht auch bald ins Haus, da freuen wir uns jetzt schon riesig darauf.
LG Lis

Daniela hat gesagt…

Hola Gudi,

nun muss ich mich revanchieren für Dein Kompliment für die Fotos auf (oder heisst es "in") meinem Blog.Deine Fotos sind nicht nur toll, sondern auch sehr interessant. Vor allem, da Du uns auch Ecken zeigst, die nicht die reinsten Sehenswürdigkeiten sind und von so manchem sicher schnell ignoriert würden.
Freue mich für Dich, dass Du so eine entspannende Auszeit geniessen konntest und hoffe, Du hast genug Energie getankt, um dem Alltag wieder entgegenzutreten.

Hasta la vista en la bodega,

Daniela

Barbara hat gesagt…

Bei Anblick des Strandes dachte ich mir, das kommt mir bekannt vor. Und als ich dann die Bestätigung bekam, es ist Morro Jable, tauchten ganz schnell wieder meine alten Bilder auf. Der Strand frühmorgens ist wirklich traumhaft, lang und leer! Wir sind damals auch auf der ganzen Insel herumgefahren, haben die "verschiedenen" Gebiete erkundet und sogar an den kargen Landstrichen Gefallen gefunden. Und nicht zuletzt gerne den Fischern zugesehen wenn sie spätabends aufs Meer fuhren für den frischen Fisch am anderen Tag (mmm, lecker!). Ich verstehe deine wieder aufgetauchte Sehnsucht nach dieser Insel....
LG, Barbara

stadtgarten hat gesagt…

Hallo Gudi,
das sieht wirklich nach einem tollen Urlaub aus und ich kann verstehen, dass es Dich immer wieder nach Fuerte zurückzieht! Danke, dass Du uns auch mal (die für mich) schönen Seiten der Ferieninsel zeigst. Ich kann ja mit dem ganzen Hoteltrubel nur wenig anfangen und bin auch viel lieber dort, wo die "normalen" Menschen wohnen, ich finde, dann lernt man ein Land auch viel besser kennen.
Bei uns steht diesen Sommer auch mal wieder Spanien auf dem Programm, allerdings Festland und Atlantikküste: San Sebastián! Es dauert zwar noch ein bißchen, aber wir freuen uns schon sehr drauf, auch, weil wir da viele Freunde wieder treffen.
Liebe Grüße, Monika

Lady Malu ist angekommen.......... hat gesagt…

Hallo Gudi,
habe sehr viel Freude und Entspannung gespürt, die du während dieses ganz sicher erholsamen Urlaubs genossen hast. Sehr schöne Fotos und eine tolle Idee mit dem Nest am Strand - eine sehr gelungene Aufnahme. Ich hoffe, das die Erholung noch ganz lange anhält.
LG
Aiko

Bek hat gesagt…

Das kann ich gut nachvollziehen, dass du da gern frueh aufgestanden bist um am Strand zu sein. Sieht einfach traumhaft aus! War schoen durch die Fotos einen Ausflug dorthin zu machen:)
LG, Bek

Sigrun hat gesagt…

Wunderschöne Bilder! Ich bin wie du der Meinung, für mich kommt nur ein Appartement oder ein Haus in Frage, Hotel ist für mich nicht drin.

AL

Andrea's Garden hat gesagt…

Gudi ... als ich zur "Rohkost" kam, war es um mich geschehen. Dann kam noch das Menü und ich war hin und weg. In München gibt es ein span. Restaurant, wo man auch so lecker essen kann. Das aber so richtig spanisch unverfälscht alles zu essen ... mhhhh ... lecker. Die Bilder von den Kirchen sind herrlich. Ich besichtige die auch gerne, wenn wir in Urlaub sind. Deinen hattest du nach den Schwerarbeiten redlich verdient. LG Andrea

Fuchsienrot hat gesagt…

Du scheinst ja einen traumhaften Urlaub gehabt zu haben. Deine Fotos habe ich mir gleich zweimal betrachtet. Man bekommt wirklich tolle Einblicke. Ich mag übrigens auch lieber eine Ferienwohnung buchen. Man ist unabhängig und auf Bingo-Abende kann ich gern verzichten...;-)
LG
Angelika