Mittwoch, 28. Juli 2010

Warum in die Ferne schweifen

Warum in die Ferne schweifen .... dachten wir, mein Mann und ich, uns am Sonntag. Wir wohnen in einer wunderschönen Gegend. Wandern ist derzeit voll im Trend. Vor kurzem haben wir uns die Wanderkarte des "Lahn-Dill-Berglandes" gekauft und für den Sonntagmorgen eine hübsche Strecke ausgesucht.
Los gehts, ....
Auf der Infotafel eine Beschreibung des heutigen Weges:


Der "Eschenburg-Turm", Namensgeber der Tour.
Haa, reingelegt. Es sieht nur so groß aus. In echt ist es eine kleine Nachbildung des nicht mehr existierenden Turmes.
Ein erster Blick auf die Höhen des Siegerlandes
Man könnte glatt glauben, wir befänden uns irgendwo im Voralpenland. Das war der Punkt wo ich meinen Mann gefragt habe, warum wir eigentlich in den Urlaub fahren.
Oh du schöner Westerwald, über deine Höhen pfeift der Wind so kalt ...
Gestartet waren wir am höchsten Punkt der Strecke. Sehr praktisch, so ging es erstmal abwärts, wieder gerade aus, wieder abwärts...


Gerade zum Ende des sonntäglichen Gottesdienstes gingen wir durch das Dorf. Die Glocken läuteten, die Vögel sangen, es wehte ein leichter Wind ...
Traumhaft, Gänsehautfeeling pur.

Alte Erdkeller gibt es hier noch. Die Erde besteht aus gewachsenem Schiefer, knüppelhart, immer kühl. Ideal also.
So, vorbei ists mit der Leichtigkeit. Nun heißt es 200 Höhenmeter aufzusteigen.
Glückliche Kühe, die auf einer wirklich riesengroßen Weide im naturgetreuen Areal leben, futtern und wachsen dürfen.


Immer diesem Zeichen nach, dann ist's der richtige Weg
Noch ein paar Panoramen


Zweieinhalb Stunden waren wir für die 9.1 km unterwegs. Zu Hause wurde dann der Grill angefeuert, lecker gegessen und anschließend ein erholsamen Schläfchen im Liegestuhl in der warmen Nachmittagssonne gehalten.

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Ein rundum schöner Tag. Solche darf es gerne mehr geben. Wer weiß, wenn das Wetter passt, schon am kommenden Sonntag.
Die Planungen laufen auf eine 12,9-km-Route hinaus. Ich werde berichten.

Donnerstag, 22. Juli 2010

Geschenktes

In meinem Garten wachsen viele geschenkte Pflanzen. Ach was, viele ist untertrieben. Nahezu ausschließlich. Wie sonst wäre es zu schaffen gewesen, mein riesiges Areal innerhalb weniger Jahre proppenvoll und üppig bewachsen zu lassen.

Geschenkte Pflanzen gedeihen angeblich nur, wenn man sich nicht dafür bedankt. Sollte einem doch ein "Danke schön" über die Lippen kommen, so ist ein Centstück beim Einpflanzen mit in die Erde zu geben. Okay, wer's glaubt ...

Diesen Oleander habe ich letztes Jahr von einem ganz besonders lieben Menschen geschenkt bekommen, der aus beruflichen Gründen wegziehen musste und die Pflanze nicht mitnehmen konnte. Jetzt blüht sie und ich denke jedesmal ganz besonders an die Person.

Hortensie "Endless Summer" wollte ich schon lange haben. Aber immer war sie mir zu teuer. Dann bekam ich einen Blumengeschenkgutschein - und zack war sie mein.
Geranium "Hokus Pokus" von einer Gartenfreundin. Blüht nun erstmals und muss noch arg betüttelt werden, es ist noch ein Winzelchen an Pflanze.
Diese kleinen Tagetes finde ich sooo süss. Eine weitere Gartenfreundin hat sie aus Samen selbst angezogen und mir geschenkt. Ich habe sie in der Wachstumszeit immer hoch auf einen Holzstapel gestellt, damit sich bloß keine Schnecke dran vergreifen kann.
Ach ja, dieser Phlox. Seit Jahren wächst er nun an der gleichen Stelle und soll doch jedes Jahr umziehen. Er kommt nicht so recht in die Pötte, es ist zu trocken und die Erde zu mager. Ich sollte mir mal eine ToDo-Liste schreiben, vielleicht klappt es ja dann.
Noch ein geschenkter Phlox. Wächst auch an einer unguten Stelle. Zwar in guter, ausreichend feuchter Erde. Aber dermaßen im Hang versteckt, dass ich ihn kaum sehe.
Die Sommermargarithen stammen aus dem ehemals wunderschönen Nachbars Vorgarten, der vor Jahren völlig umgestaltet wurde. Mittlerweile wächst dort nicht mal mehr Unkraut zwischen den Pflastersteinen ...
Den Fingerhut hat mir der Wind geschenkt. Per Flugsamen und durch Selbstaussaat wandert er munter durch den Garten. Taucht hier und da auf und ist dann wieder weg. Ich mag ihn. Habt ihr schonmal gesehen, wieviele Samenkörner sich in einer solchen Kapsel befinden? Und wie winzelig klein dieser ist??
Noch ein windiger Vagabund. Irgendwann tauchte eine einzige Pflanze dieses Mohnes auf. Hübsch ist er. Erinnert mich an einen Badeschwamm. Und weil er so wuschelig aussieht, hat er den Namen "Papaver puschelinksi" bekommen. Allerdings ist er dieses Jahr nicht so üppig kugelig und gefüllt wie gewohnt. Die Hitze und Trockenheit machen vor nichts halt. Bei uns ist sogar schon das Unkraut verwelkt.
Stachys byzant., Wolllziest. Schöne Farbe, schön flauschig weich, schön wüchsig. Vor allem mal was kerzengerades, das bringt Abwechslung ins Beet. Er wird heftigst von Bienen&Co umschwärmt.
Eine Pelargonie, seit heute blüht sie endlich. Im Mai als Steckling von einer Gartenfreundin überreicht bekommen habe ich ihn unendlich umsorgt und gehegt.
Das war noch längst nicht alles Geschenkte. Einen Post zu verfassen mit dem, was ich gekauft habe, wäre schneller erstellt.
Ich finde es schön durch den Garten zu gehen, zu staunen und an die vielen lieben Menschen zu denken, die mir mit ihren kostenlosen Gaben soviel Freude gemacht haben und jedes Jahr aufs Neue machen. Dass sie das Vertrauen in mich gesetzt haben und mir "einen Teil von sich selbst" zur treuen Pflege überlassen haben.

Danke an alle!

Mittwoch, 14. Juli 2010

Regen!

Das obere Foto entstand heute abend um 20.18 Uhr, im nächsten Moment fing es dann an zu blitzen, donnern und regnen. Welche Freude! Ich hatte es schon kommen sehen und alle Pötte unter Dach vorgezogen, damit sie eine natürliche Wässerung bekommen. Sturmböen waren auch vorhergesagt, drum wurde alles, was nicht niet- und nagelfest ist, in Sicherheit gebracht. Erfahrungsgemäß werden wir von solch schlimmen Wetterkapriolen verschont. Es ist, wie man sieht, recht hügelig bei uns. Zudem wohnen wir hinter einem schützenden hohen "Berg", da fegt der Wind oben drüber weg. Weniger gut ist dieser Zustand für die innerhäuslich Temperatur. Da weht nämlich auch so gut wie kein Lüftchen durch und und die stickige warme Luft bleibt uns erhalten. Aber lieber das als Verwüstung!
Bevor das Wetter loslegte, hab ich schnell noch ein paar Fotos im Garten gemacht.

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Hosta Gold Standard in der Mitte vom Bild. Sie treibt grün aus und wird immer gelber. Genial schön, auch dass sie zufälligerweise genau in einer Blickachse wächst.
Dahinter wächst Sieboldii Elegans, die Blüte gefällt mir gut. Sie wird total verdeckt und sollte schon längst an einen anderen Platz. Ich vergesse es jeden Herbst und im Frühjahr krieg ich nicht die Kurve.
Eine neue Heuchera. Den Namen hab ich grade nicht parat. Die Blätter sind schön zackelig, magentarot im Austrieb und färben sich cappuchinobraun. Zusammen mit Ger. sanguineum Album, das dahinter wächst, sieht es zum niederknien schön aus.
Die meisten Hostapötte stehen schattig unterm Dach vom Gartenhaus. Jetzt habe ich sie alle vorgestellt, damit sie was vom Regen abbekommen.
El Nino, Revolution, Touch of Glass, Great Escape (von links beginnend im Uhrzeigersinn)
die beiden passen doch genial gut zusammen, oder?!
Noch ein hübsches Paar. Die kleine Lemonade, die in echt ebenso gelbgrün ist wie Fire Island
H. clausa normalis. Ich kenne niemand, der sie auch hat. Außer meiner Gartenfreundin, die neulich bei einem Besuch einen Pott mitnahm. Sie wächst völlig komplikationsfrei, flott und füllt den Topf bald per Seitentriebe (sagt man das so bei Hosta??)
Noch ein gefälliges Paar. Striptease und Special Gift, die mir dank ihrer herzförmigen Blätter so gut gefällt.
Und jedes Jahr die heiß ersehnte Blüte von Charles Austin. Mein absoluter Rosenliebling. Ich befürchtete im Frühjahr, auch dieses meiner ursprünglich zwei Exemplare, wäre dem Winter zum Opfer gefallen. Aber siehe da - Totgesagte leben länger.

Sonntag, 4. Juli 2010

Sonntagmorgenspaziergang im Garten

Heute morgen waren meine Katzen schon kurz nach fünf wach und verlangten nach Futter und Ausgang. Herrliches Licht, frische Luft, so ich bald auch raus zu einem kleinen Spaziergang durch den Garten, in dem nun endlich die Rosenblüte beginnt. Wie alles hinkt auch dieses bei mir etwas hinterher. Hier beim Beet unterm Birnenbaum kann man schon die ersten bewundern.
Aber erstmal ein Wort zu den Hosta in dieser Ecke. Hinter dem Stuhl wächst Big Mama, sie ist wirklich riesig. Ganz vorne im Beet H. sieboldii. Im Frühjahr erst gekauft, prima eingewachsen, schiebt sie bereits Blütenstängel.
Vor Big Mama wächst farblich gut passend Hosta Wide Brim
Nun ein paar Rosen: Winchester Cathedral. Dieses Jahr mal reinweiß. Sie ist ein Sport der rosafarbenen Mary Rose und die Blüten sind oft unregelmäßig mit dieser Farbe durchzogen.
Fantin Latour
Phlomis begeistert mich durch seinen außergewöhnlichen Wuchs. Rund um den dicken Stängel erscheinen die Blüten, immer etagenweise.
Clematis viticella bot. Art hat erst wenige seiner Glöckchen geöffnet.
Mme. Plantier am Obelisken. Sie hat ein paar Jahre gebraucht, aber jetzt wird sie immer schöner.
Noch eine tot geglaubte Rose. The Pilgrim, eine meiner wenigen verbliebenen Engländerinnen. Als ich sie im Frühjahr aus der Erde holen wollte, entdeckte ich winzelig kleine Triebe, so bekam sie noch eine Chance. Wie gut!!
Gelber Fingerhut. Eine Staude. Sie hat sich gut ausgesamt, mittlerweile habe ich schon viele Sämlinge verschenkt und auch im Garten verteilt.
Eines der Pflänzchen trägt ein zartrosa Kleid. Sehr hübsch, die würde ich gerne vermehren. Mal schauen, ob es mir gelingt.
Noch eine Austin-Rose, Crown Princess Margret. Sah im Frühjahr auch miserabel aus. Charles Austin braucht noch ein paar Tage.
Alfred Colomb, die Blüten sehen immer etwas unordentlich aus. Aber die Farbe und der Duft machen das wett.
Leonardo da Vinci. Bekam ich vergangenes Jahr von meinem Mann zur bestandenen Prüfung meiner zweiten Ausbildung geschenkt. Ich bin begeistert, wie fett sie dieses Jahr blüht.
Die Beete wachsen "in die Senkrechte". Digitalis, Hemerocallis, Hostablüten bringen Höhe

Geranium Hokus Pokus bekam ich vergangenes Jahr als Sämling von einer Gartenfreundin geschenkt. Ganz dunkelrotes Laub, dazu diese zarte blaue Blüte. Wunderschön

Gestern abend hat es ein bißchen geregnet. Von der Menge her nicht die Rede wert. Aber die Luft ist frischer und es ist nicht mehr so unangenehm schwül wie die vergangenen Tage.

Ich wünsche euch einen schönen Sonntag und morgen einen angenehmen Arbeitstag. Ich bin noch immer krank geschrieben und werde mich die Tage wiederum zum Chirurgen fahren lassen. Mein Fuß ist noch immer dick und tut weh. Ich kanns kaum noch glauben, dass es "nur" eine schwere Zerrung ist. Das dauert doch nicht soooo lange. Oder???