Wintermarkt
Das Highlight des Jahres in meinem Heimatdorf. Heute war es wieder soweit. Jedes Jahr am Mittwoch vor Aschermittwoch ist die Bevölkerung im Dorf unterwegs, um den Budenzauber zu erleben. Viele Weggezogene lassen sich extra für diesen Tag von der Arbeit beurlauben, um dabei sein zu können. Sie reisen vormittags an, lassen sich von Verwandten zum traditionellen Mittagessen bei Rippchen und Kraut einladen, flanieren über den Markt, wobei die Buden oft Nebensache sind. Hauptsächlich gilt es zu schwatzen, alte Bekannte zu treffen, auf ein-zwei-drei Bier beim Dorfwirt zu hocken. Für die Daheimgebliebenen werden Socken, Gebrannte Mandeln und Kräuterbonbons gekauft. Nachmittags verabredet man sich mit/bei alten Freunden zu Kaffee und Fietzchen, wie die Berliner hier genannt werden.
Um 18 Uhr stellt sich die örtliche Burschen- und Mädchenschaft zum Fackelzug auf, ein Spielmannszug ist mit von der Partie und vorher ausgewählte Dorfbewohner werden mit einem Haus-Ständchen überrascht. Anschließend zieht der Lindwurm lauthals singend ins Bürgerhaus ein, wo der Tag bei Bier und Wein, Gesang und Tanz, bis zum oft bitteren Ende, beendet wird.
Hinein ins Getümmel ...

Nein, das sind keine Kaffeekannenwärmer.



Zu kaufen gibt es, was das Herz begehrt. Von Decken, Socken, Deko über Strumpf- und Stopfgarn zum nützliches für den Haushalt wie Backformen, Nudelhölzer und Kochlöffel.



Erstmalig vertreten war dieser Stand mit Schafsmilchseife. Trotz dem kalten und windigen Wetter verfing sich der zarte Duft der Seifen unter der Markise des Standes.

Und weiter gehts bei den Textilien. Kittelschürzen, Unterhosen- und hemden für die Omma, dicke Socken für den Großvater .... extra preisgünstig und garantiert haltbar bis zum übernächsten Waschtag.
Die Enkelkinder wollen neue bunte Stricksocken haben
... und natürlich Spielzeug, völlig überteuert, aber das stört die Kinder nicht im Geringsten. Schließlich ist der Geldbeutel gut gefüllt mit den Marktgroschen von Opas, Patentanten und Onkeln.

Das alte Backhaus markiert den Mittelpunkt des Dorfes, die Hälfte des Weges ist geschafft. Drum an dieser Stelle eine Erklärung, was es mit dem Wintermarkt auf sich hat. Früher war es ein Bauern- und Viehmarkt. Irgendwann kamen Kurzwarenhändler hinzu, die Hausfrauen versorgten sich mit Knöpfen, Stopfwolle, Gummibändern usw. Dann maulten wohl die Kinder, für sie gäbe es gar nichts zu sehen und kaufen. Also weitere Buden mit Spielwaren. So baute sich langsam das heutige Warenangebot auf. Der Handel mit Tieren ist mittlerweile ganz verschwunden. Einzig der Angelverein verkauft Räucherforellen im Backhaus.






Gewürze aus aller Herren Länder
Auch für den besten Freund des Menschen ist gesorgt
wie wäre es mit dieser hübsche Stickdecke?




Und zum Abschluss Socken für die Kleinsten

Tja, das wars dann wieder mal. Und genau pünktlich zum Tagesereignis stellte sich das richtige Nieselregen-graubelschauer-schneeregen-Wetter ein. Denn es heißt nicht umsonst:
Wenns stürmt und schneit, ist der Wintermarkt nicht weit.
Erstmalig vertreten war dieser Stand mit Schafsmilchseife. Trotz dem kalten und windigen Wetter verfing sich der zarte Duft der Seifen unter der Markise des Standes.
Das alte Backhaus markiert den Mittelpunkt des Dorfes, die Hälfte des Weges ist geschafft. Drum an dieser Stelle eine Erklärung, was es mit dem Wintermarkt auf sich hat. Früher war es ein Bauern- und Viehmarkt. Irgendwann kamen Kurzwarenhändler hinzu, die Hausfrauen versorgten sich mit Knöpfen, Stopfwolle, Gummibändern usw. Dann maulten wohl die Kinder, für sie gäbe es gar nichts zu sehen und kaufen. Also weitere Buden mit Spielwaren. So baute sich langsam das heutige Warenangebot auf. Der Handel mit Tieren ist mittlerweile ganz verschwunden. Einzig der Angelverein verkauft Räucherforellen im Backhaus.
Und weiter gehts, nur keine falsche Müdigkeit aufkommen lassen. Auch wenn die Füße gefroren sind, die Finger nasskalt, da muss mal durch. Einmal muss man komplett durchlaufen.
Ein Traum für alle Puppenmuttis
Tja, das wars dann wieder mal. Und genau pünktlich zum Tagesereignis stellte sich das richtige Nieselregen-graubelschauer-schneeregen-Wetter ein. Denn es heißt nicht umsonst:
Wenns stürmt und schneit, ist der Wintermarkt nicht weit.
4 Kommentare:
Na sowas, da hab ich ja hier wieder "mein" schönes Nachthemd entdeckt! gacker*
Während ich das jetzt schreibe spielt wohl der Spielmannszug mit klammen Fingern ein Ständchen und die Gudi ist mittendrin im Getümmel! Hab ich recht?
So einen Markt mit diversen Scheußlichkeiten gibt es bei uns auch in der Nähe und der geht eine ganze Woche. Allerdings ist noch ein Rummelplatz dabei und das Ganze hat schon mehr Volksfestcharakter. Aber schee ist es trotzdem und wenigstens einmal MUSS man dort gewesen sein! :-))
Ich glaube, von diesem Markt hattest Du schon öfters mal erzählt, oder? Erinnert mich an den Hochheimer Markt hier in unserer Gegend, da muss man eigentlich auch jedes Jahr hin.
Viel Spass beim Feiern noch heute abend!
Liebe Grüße, Monika
Liebe Gudi, jetzt habe ich platte Füße, so spät noch einen ganzen Markt ablaufen. Ehrlich gesagt, bei dem schönen Seifenstand wäre ich nicht vorbeigegangen, da wäre was mitgekommen. Das rose Nachthemd ist ja leider schon für Lis reserviert. grins.
Liebe Grüße Wurzerl
Hallo Gudi,
bei uns in der Nähe ist auch so was ähnliches, nennt sich "der kaale Markt", aus der ganzen Umgegend kommen die Leute. Manchmal findet man tatsächlich was Schönes...aber meistens fragt man sich, wer den ganzen Kram eigentlich kauft ;-)
Aber dabeisein muß man auf jeden Fall.
Liebe Grüße
Angelika
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